Fremde fotografieren: Ein praktischer Leitfaden für Straßenporträts

von FSL Marketing Team

So fotografierst du Fremde: Ein praktischer Leitfaden für Streetporträts

Streetfotografie-Aufnahmen gehören zu unseren Lieblingsmotiven, die wir im Labor entwickeln und scannen. Was auf Instagram mühelos aussieht, ist meistens eine Mischung aus Beobachtung, Vorbereitung und menschlicher Verbindung. Dieser Teil ist der schwierigste: Auf jemanden zuzugehen, ist oft beängstigender, als das Foto selbst zu machen.

Hier sind unsere besten Grundsätze für Streetfotografie im Allgemeinen sowie einige Hinweise speziell zur Streetfotografie in Berlin. 

Die goldene Regel: Bleib positiv und respektvoll (Bruce Gilden könnte anderer Meinung sein).

Was macht ein gutes Streetporträt aus?

Die kurze Antwort: eine Person. In der Streetfotografie sind perfektes Licht und eine enge Komposition weniger wichtig als das, was das Porträt über sein Motiv offenbart. Vielleicht ist es ein Blick oder das Lachen über etwas, das du gesagt hast. Vielleicht sind es die Ringe oder ein Outfit, das dich dazu gebracht hat, den Kopf zu drehen (Berliner Streetfotografie ist voll davon). Oder vielleicht gehört die Person so vollständig in die Szene, dass du nichts daran ändern würdest.

Bevor du auf jemanden zugehst, entscheide, was du eigentlich einfangen möchtest – Energie, Stil, einen bestimmten Gesichtsausdruck, einen unbeobachteten Moment oder einen direkten Blick in die Linse – und richte die Aufnahme danach aus.

Wähle deinen Film bewusst

Die meisten Streetfotografen fotografieren Schwarzweiß um die gesamte Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken. Aber Farbe kann genauso gut eine Geschichte erzählen, wie Martin Parr und Joel Meyerowitz beide bewiesen haben.

Von da an ist es Professional- vs. Consumer-Film. Professional liefert präzisere Farben, erfordert aber eine exakt abgestimmte Belichtung und kühle Lagerung. Consumer ist in beidem toleranter und daher unterwegs die einfachere Wahl.

Mach zuerst deine Kamera bereit

Überprüfe deine Einstellungen, bevor du Hallo sagst. Vergewissere dich, dass dein Objektivdeckel abgenommen ist, die Belichtung eingestellt ist und du ungefähr weißt, wo und wie du das Bild aufnehmen möchtest – besonders, wenn du zuerst um Erlaubnis bitten willst, was wir für Streetfotografie in Berlin immer empfehlen würden. Das macht die Interaktion schneller und reibungsloser und wirkt professionell. 

Warum Selbstbewusstsein und positive Energie wichtig sind

Wenn du auf jemanden zugehst, besonders mit einer Kamera, bringst du ihn aus seinem alltäglichen Trott. Wenn du lächelst, höflich und selbstbewusst bist, legt sich die Verwirrung in seinem Gesicht schnell! 

Bleib ruhig und selbstbewusst, aber spiel es niemals vor und zwinge dich zu nichts. Manchmal musst du ein gutes Bild loslassen, wenn dir wirklich nicht danach ist – und das ist völlig in Ordnung. 

So sprichst du jemanden an

  • Beginne mit einer Begrüßung.
  • Mach ein ehrliches Kompliment
  • Stell dich vor und komm dann direkt zur Frage.

Etwa so: „Hallo, ich bin [name] und Fotograf. Dein Outfit / dein Lächeln / deine Ausstrahlung gefällt mir sehr – wäre es in Ordnung, wenn ich ein paar Porträts von dir mache? Ich schicke sie dir danach.“

Halte die Session kurz

Bei der Straßenfotografie geht es um den Moment, nicht um ein inszeniertes Shooting. Gib bei Bedarf eine einfache Anweisung („Dreh dich zum Licht, geh einen Schritt nach links“) und mach ein oder zwei Aufnahmen. Das war’s. Halte Abstand und berühre oder positioniere niemanden, ohne vorher zu fragen.

Ablehnung gehört dazu

Wenn jemand Nein sagt, akzeptiere es sofort, bedanke dich und geh weiter. „Nein“ ist ein vollständiger Satz – also keine Komplimente, um die Ablehnung abzumildern, und kein heimliches Foto beim Weggehen. Respektiere die Grenze und die örtlichen Gesetze.

Mit etwas Übung wird es leichter. Eine Ablehnung hat nichts mit dir zu tun, sondern mit dem Wohlbefinden der anderen Person.

Nach der Aufnahme

Beim digitalen Fotografieren kannst du das Bild sofort zeigen, um Sicherheit zu geben. Beim analogen Fotografieren erklärst du, dass der Film erst zuerst entwickeln und scannen, das ist der Kompromiss für diesen Look. Biete an, die Fotos zu schicken, sobald das erledigt ist, oder Abzug eine für die Person als nette Geste.

Abschließende Gedanken

Bei der Straßenfotografie geht es gleichermaßen um Mut und Neugier. Je mehr du übst, desto weniger beängstigend fühlt es sich an. Unser letzter Rat: Nimm einen Film, geh hinaus nach Berlin und lass die Stadt dir schöne, authentische Menschen begegnen. 

FAQ

Sollte man vor oder nach der Aufnahme um Erlaubnis fragen? 

Vorher, besonders bei Straßenfotografie in Berlin.

Wie viele Aufnahmen sollte man machen, sobald jemand zustimmt? 

Nur ein paar. Denk nicht zu viel darüber nach und gib nicht zu viele Anweisungen.

Welche Brennweite eignet sich am besten für Porträts von Fremden? 

50 mm ist das klassische Objektiv für Straßenporträts. Wenn mehr von der Straße um die Person herum zu sehen sein soll oder du aus der Hüfte fotografierst, nimm ein weitwinkligeres Objektiv: 21 mm, 30 mm.

Wie fotografiert man Fremde analog, ohne das Bild vorher sehen zu können? 

Zeig ihnen aktuelle Arbeiten auf deinem Handy und erkläre, dass du analog fotografierst und der Film erst entwickelt und gescannt werden muss, unabhängig davon, ob es Farbe oder S&W. Zusatztipp: Versprich, die Fotos später zu schicken. Das schafft schnell Vertrauen.

Solltest du das fertige Porträt schicken? 

Immer. Die Menschen sind neugierig auf das Ergebnis, und die meisten freuen sich ehrlich über eine Rückmeldung. Wenn du ihre Kontaktdaten hast und das Foto veröffentlichen möchtest, frag auch vorher.