Du willst diesen filmischen Look? ECN-2 ist nicht deine einzige Option

von FSL Marketing Team

Du willst diesen filmischen Look? ECN-2 ist nicht deine einzige Option

Diesen Sommer haben wir aufgehört, ECN-2 zu entwickeln. Der Grund ist aber überhaupt nicht traurig: Wir sind einfach auf eine praktischere Alternative umgestiegen ↴

Kodak Vision3 AHU: derselbe cineastische Filmlook, nur anders gebaut.

Letztes Jahr hat Kodak seine Vision3 Color Negative Filme upgegradet: eine Anti-Halation Undercoat (AHU) statt der Carbon-Remjet-Beschichtung. AHU macht alles, was Remjet auch gemacht hat: schützt den Film vor Kratzern, verhindert Halos um Lichtquellen und beugt statischer Aufladung in Filmkameras vor.

Das eigentliche Upgrade steckt im Laborworkflow. Wir brauchen keine manuelle ECN-2-Entwicklung mehr – Kodak Vision3 AHU läuft in ganz normaler C-41-Chemie, zusammen mit anderen Colornegativfilmen.

Warum ECN-2 immer unpraktischer wurde

ECN-2 war nie für kleine Labore wie unseres gedacht. In Hollywood löst sich die Remjet-Schicht automatisch in einem Vorbad, danach läuft der Film durch ECN-2-Chemie in großen Durchlaufprozessoren, mit entsprechend hochwertigen Scannern.

Wir gehörten zu den ersten Laboren in Berlin, die diesen manuellen Prozess trotzdem angeboten haben. Nach Corona wurde C-41-Colornegativfilm immer schwerer zu bekommen: Fujifilm hat eine Rolle nach der anderen eingestellt, und die Preise bei Kodak sind immer weiter gestiegen. Um das Filmefotografieren bezahlbar zu halten, haben wir angefangen, Kodak Vision3 für die Fotografie umzuspulen, und unser Labor entsprechend auf ECN-2 umgestellt.

Vier Jahre später hat Kodak dann sein upgegradetes Filmmaterial rausgebracht, und wir konnten aufatmen.

Was Kodak 800T AHU anders macht

  • Nutzt eine AHU-Schicht statt Remjet → einfacherer Workflow
  • Entwickelbar in ECN-2- oder C-41-Chemie → mehr Flexibilität
  • Läuft zusammen mit anderen Colornegativfilmen → schnellere, günstigere Entwicklung

Die Änderungen betreffen vor allem den Laborworkflow – den cineastischen Look, den du liebst, bekommst du trotzdem. Probier den Kodak Vision3 800T AHU aus und überzeug dich selbst.

Wie Kodak 800T AHU aussieht

Die Farbpalette von Kodak Vision3 AHU unterscheidet sich stark von anderen C-41-Colornegativfilmen:

  • kühle, kräftige Farbtöne
  • tiefe Blau-, Grün- und Rottöne – der klassische „cineastische Filmlook"
  • weiche Lichter, sanfter Übergang
  • sichtbares Korn
  • weiter Dynamikumfang, ideal für die Bearbeitung

Wie das Ergebnis am Ende aussieht, hängt von deiner Lichtquelle ab. Da der Film eine eingebaute Farbkompensation für Kunstlicht hat, wirkt er unter Kunstlicht (3200K) am natürlichsten. Unter weißem LED-Licht wird's kühler, mit filmischen Rot- und Grüntönen. Bei Tageslicht solltest du einen 85B-Filter benutzen, um natürliche Farben zu bekommen. Ohne Filter bekommst du tiefe Blautöne und einen leicht entsättigten Look.

Wo dieser Film am besten funktioniert

  • Blaue Stunde
  • Nachtstraßenfotografie
  • stimmungsvolle U-Bahn-Fotos
  • Porträts drinnen unter Kunstlicht
  • Szenen mit metallischen Oberflächen
  • Blitzfotografie bei Nacht
  • Tageslicht im Winter

Tipps zum Fotografieren und Bearbeiten

  • Bei warmem (3200K) Kunstlicht fotografieren
  • 85B-Filter benutzen oder bei Tageslicht auf Kodak Vision3 400D AHU wechseln
  • Für stärkere Trennung vom Hintergrund bei Nacht mit Blitz arbeiten. Bonus-Tipp: dazu einen metallischen Hintergrund wählen
  • Zum Scannen professionelles Equipment nutzen, um das Maximum aus dem Dynamikumfang rauszuholen
  • Trau dich, deine Scans zu bearbeiten: In Lichtern und Schatten steckt jede Menge Information, du kannst den finalen Look also gut formen (oder einfach nur den Weißabgleich von Blau auf natürlich korrigieren)

Fazit

Kodak AHU 800T ist kein Ersatz für Vision3. Sieh es eher als Vision v3.1. Die neue Schicht verbessert sowohl unseren Laborworkflow als auch dein Erlebnis beim Fotografieren. Du bekommst denselben cineastischen Filmlook, nur schneller und günstiger als beim klassischen ECN-2-Prozess.

FAQ

Kann man Kodak AHU 800T in einer normalen 35mm-Kamera benutzen?

Ja! Die neue AHU-Version ist für Fotograf:innen gemacht und lässt sich problemlos in jede 35mm-Kamera einlegen.

Ist Kodak AHU 800T anfängerfreundlich?

Es ist ein guter (und günstiger!) Einstiegsfilm. Er verzeiht Über- und Unterbelichtung, hat einen weiten Dynamikumfang und lässt dir viel Freiheit in der Nachbearbeitung. Nur eins solltest du bedenken: Den klassischen warmen Look von Kodak Gold hat er nicht.

Kann man Kodak AHU 800T drinnen ohne Studiolicht fotografieren?

Ja! Er funktioniert am besten unter warmem (3200K) Kunstlicht – Bars und gelb beleuchtete Straßen geben dir natürliche, cineastische Ergebnisse. Weißes LED-Licht bringt kühlere Blau- und Rottöne raus.

Ist Kodak AHU 800T eine gute Wahl für Porträts?

Ja, absolut, für cineastische Porträts und konzeptuelle Fotoserien: bläulich, körnig, mit wunderschönen Rottönen. Für natürlichere Hauttöne einfach den Weißabgleich in der Nachbearbeitung korrigieren. So oder so – erwarte mehr Korn und eher kühle als warme Töne.

Kann Kodak AHU 800T einen Film-Still-Look erzeugen, ohne viel zu bearbeiten?

Auf jeden Fall. Die Farbpalette wirkt schon von Haus aus cineastisch – bei der richtigen Lichtquelle kannst du dir aufwendiges Editing also sparen.